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Aufführungen

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 2000

Überblick

 

 

Theaterwoche Korbach 2000: Aufführungen

Theatergruppe am Goethe, Düsseldorf
Spielleitung: Michael Stieleke
"DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS"

Die Theatergruppe am Goethe/Städtisches Goethe-Gymnasium, Düsseldorf, eröffnete mit "Der Kaukasische Kreidekreis" von Brecht das Theatertreffen. In der Bearbeitung sind die beiden Handlungsstränge von der Magd Grusche und dem Richter Azdak verknüpft; das bringt mehr Bewegung in das episch gebaute Stück. Brechts missglückte Rahmenhandlung ist durch Projektionen von Flüchtlingstrecks aus dem Kosovo und aus Tschetschenien aktualisiert und eindrucksvoll ersetzt. Zur Konzeption der Inszenierung gehört die Vervielfachung einiger Figuren. Am überzeugendsten gelang dies bei der Vierfachbesetzung von Grusche: Frauen mit ihren Kindern auf der Flucht; das ist der erste Eindruck, bevor das Geschehen zum Einzelschicksal wird. Projektionen sind Stimmungsträger, Bühnenbild und Betonung der Aussage.

Grusches gefährlicher Weg über das Gebirge wird so illustriert; Stöcke bilden den Steg, der hinter ihr zusammenbricht. Ein eindrucksvolles Bild. Gut gelöst die Szene der Kreidekreis-Probe durch Cartoons. Azdak ist dreifach verkörpert; das ist im Verlauf des Spiels akzeptabel, aber bei der Gerichtsverhandlung störend. Männerrollen wurden von Mädchen übernommen - ein gelungener Rollentausch. Erneut bewährte sich das gegliederte chorische Sprechen; Übertreibungen in manchen Einzelparts weniger. Die Aufführung zeigte, dass sich die Beschäftigung mit literarischen Stoffen lohnt.

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Impressionen aus der Aufführung

Kommentierungen aus der Festivalzeitschrift Spotligth Nr. 2
Spontane Äußerungen:

  • "eine spannende Inszenierung mit vielen theatralen Mitteln"
  • "am Anfang fiel es mir nicht leicht, mich auf die Vielzahl der Bilder einzulassen"
  • "man durfte sich nicht ablenken lassen"
  • "Kompliment an die Spielleitungsgruppe und die Schülergruppe für ihre Experimentierfreude"
  • "eine gelungene Inszenierung, die trotz aller Kürzungen aber auch noch die eine oder andere Länge aufwies"
  • "die Darstellung hat mich angesprochen, irritierend fand ich aber den Schluss"
  • "eine schöne Ensembleleistung - getragen von allen Mitgliedern der Gruppe"
  • " sehr schöne Bilder und Gesamtgestaltung, die mir das Brecht- Stück näherbrachten"
  • " tolle (Schau-)spielerische Leistungen, besonders in den stilisierten Passagen"

Besonderheiten (im Umgang mit und der Bearbeitung einer dramatischen Textvorlage)

  • Rollensplitting: Z. B. ermöglichte die Verteilung der Rolle von Grusche auf vier Spielerinnen es diesen die Facetten dieser Rolle (Gefühlsregungen, Hin- und Hergerissenheit) glaubwürdig auf die Bühne zu bringen. Vielleicht handelt es sich auch bei dieser Technik um einen V- Effekt im Sinne Brechts, um Illusionen zu vermeiden. Aber: "Macht Euch selbst klar, warum ihr gerade vier Grusches, drei Azdaks auftreten lasst. Sucht nach inneren Begründungen für euer Rollensplitting, seid nicht zufrieden mit oberflächlichen Antworten. Fragt euch, welche szenischen Bilder ihr entwerfen könntet, um zu zeigen, dass die vier Mädchen eine Grusche spielen. (...) Nehmt euch eure Stegszene zum Vorbild und entwickelt mehr solche Bilder!"
  • Videoprojektionen in Form von aktuellen Filmen/Bilder aus den Nachrichten, LIFE-Mitschnitten vom Geschehen auf der Bühne (sehr schön Grusches Gang über den Steg), ergänzenden Bildern, Farbwechseln ...
    Die Projektionen stellten einen Zusammenhang zwischen der Gegenwart und dem Stück her, dienten der Vergrößerung der Massenszenen; die Gruppe experimentierte auf diese Weise mit einem neuen Medium und versuchte es als weitere symbolische Ebene einzusetzen, allerdings kann dieses Element auch vom Spiel ablenken.
  • Insgesamt sehr schön stilisierte, einfache Kostüme (Drahtkorsett, Ausstattung der Soldaten mit Stöcken als Waffen, die multifunktional eingesetzt werden konnten)
  • einfache Bühnengestaltung, die in dieser Form schnelle Ortswechsel - teilweise mit fließenden Übergängen der Szenen ermöglichte.
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Bei Rückfragen und Anmerkungen zu dieser Webseite
wenden Sie sich an Michael Schwarzwald
Stand: Mai 2001

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