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 2000

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Theaterwoche Korbach 2000: Aufführungen

Englische Theatergruppe des Fürst-Johann-Moritz-Gymnasiums, Siegen
Spielleitung: Peter Schlömer
"BOUNCERS"

Eine herausgehobene Aufführung bot die Theatergruppe des Fürst-Johann-Moritz-Gymnasium/Siegen mit "Bouncers" von John Godber in englischer Sprache. Gewinnbringend auch für den Zuschauer, der nicht englisch spricht. Das Programmblatt enthielt die notwendigen Informationen. Bouncers sind die Türsteher einer Disco. Der Zuschauer erlebt in 10 Szenen Vorbereitung und Discobesuch von 4 Mädchen und 4 Jungen am Wochenende. Hinter der vordergründigen Handlung steckt ein sozialkritischer Aspekt. Vom Autor selbst stammt die Aufforderung: Macht das Stück für euch passend! Der Spielrhythmus kommt aus der Sprache; die Dynamik im Gleichklang von Wort und Bewegung war hinreißend. Voraussetzung die sprachliche Kompetenz und die Fähigkeit, blitzschnell in die Situation der einzelnen Bilder einzusteigen und die Rollen zu wechseln.

Die Figuren sind keine Individuen, deren Charakter ausgelotet werden muss, sondern cartoonhaft gezeichnete Typen. Das Stück ist eine Bestandsaufnahme von Verhaltensweisen Jugendlicher, von Gruppenzwang und Vergnügungsmaschinerie - ein Spiegel der Realität. Für die Gruppe bedeutet das Übertreibung, ironische Brechung und Stilisierung. Verfremdung wird eingesetzt, wenn der Verismo peinlich werden könnte: z. B. bei der Vergewaltigungsszene, die nur als Gruppe wahrzunehmen ist. Die Spieler scheuen aber nicht die drastische Darstellung: z. B. bei der Taxifahrt der betrunkenen jungen Männer. Für jede einzelne Szene musste eine Umsetzmöglichkeit gefunden und entwickelt werden. Eine großartige Leistung! - Leider nicht wiederholbar, weil sich die Gruppe auflöst.

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Impressionen aus der Aufführung

Kommentierungen aus der Festivalzeitschrift Spotligth Nr. 3
Am Anfang war ich zugegebenermaßen etwas skeptisch, was das heutige "Nachmittagsstück" anging. Die Beschreibung sagte mir irgendwie nicht besonders zu und dann sollte das ganze auch noch auf Englisch aufgeführt werden... Aber ich beschloss es mir trotzdem anzusehen, da das Stück doch auf eine gewisse Art und Weise mein Interesse geweckt hatte. Eine Entscheidung, die ich wirklich nicht bereut habe.

Gut gefallen hat mir:

  • die deutliche, gut verständliche Aussprache der englischen Texte
  • die gelungene Darstellung der verschiedenen Charaktere
  • die Kurzweile
  • die Spielfreude der Schauspieler
  • die kleinen und großen Späße, die uns, das Publikum, immer wieder zum Lachen brachten
  • die Selbstironie, mit der wir alle in gewisser Weise auf die Schippe genommen worden sind
  • die Kreativität (der Darsteller), die sich immer wieder zeigte
  • die "All-round-talent"-Musiker.

Und was haben wir gesehen?
Beispielhaft sei eine Szene kurz erläutert: Die Bouncers langweilen sich und erinnern sich dann an die alten, schlecht gemachten schwedischen 8mm-Pornos mit den stereotypen Szenen, von denen sie eine prompt nachspielen: Da verwandeln sich zwei Hocker, indem sie übereinander gestellt werden, zu einem 8mm-Projektor, pantomimisch wird der Film in Bewegung gesetzt, die Filmrolle dreht sich und der Film spult ab: Eine schwedische Blondine, dargestellt von einem Bouncer steht unter der Dusche, als der Postbote klingelt ... Natürlich klemmt der Projektor an der spannendsten Stelle und slapstickartig wird der Film zurückgedreht.
Jeder und jede, der bzw. die "Bouncers" nicht gesehen hat, hat eines der Highlights der Theaterwoche verpasst - und das ist wirklich sehr schade, gerade weil sich diese Inszenierung auch als ein Angebot für Schülerinnen und Schüler der Schulen aus Korbach verstand, das ihnen die englische Sprache sicherlich auf ebenso originelle wie witzige Weise näher gebracht hätte. (...) 

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wenden Sie sich an Michael Schwarzwald
Stand: Mai 2001

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