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Aufführungen

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 2000

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Theaterwoche Korbach 2000: Aufführungen

Die 4-beinige Krähe, Köln
Spielleitung: Günter Gritzner
"KÖNIG UBU"

Die 4-beinige Krähe/Köln inszenierte "König Ubu"/1896 von Alfred Jarry, einem wenig bekannten Autor, als 3-Personenstück in Verbindung mit Stabpuppen. Jarry parodierte mit seinen Ubu-Stücken das klassische Historiendrama, z. B.: Macbeth, und begründete damit das absurde Theater. Ursprünglich ein Puppenspiel als Schülerspaß gedacht, zu dem ein Mathematiklehrer das Modell abgab, wurde daraus eine dramatische Figur, die in die Literatürgeschichte einging. Vater Ubu ist ordinär, feig, tückisch, wird durch Verschwörung, Mord und Verrat zum Herrscher über Polen. Doch seine Maßlosigkeit führt zum Krieg mit dem Zaren, und er wird in die Flucht geschlagen. Schließlich flieht er mit Mutter Ubu nach Frankreich; die Marseillaise beschließt das Spiel.

Zu den beiden Hauptfiguren wurde ein Erzähler hinzuerfunden, der die Szenen verbindet und kommentiert. Die Parodie wurde konsequent durchgespielt, mit deftigen Ausdrücken und in drastischer Darstellung. Der Einsatz von Stabpuppen für die Episodenrollen mobilisierte die Phantasie, und das Erscheinungsbild Ubus überzeugte so sehr, dass der schlanke junge Mann nach der Vorstellung überraschte. Die Einfälle haben Witz und Originalität: auf Gabeln aufgespießte Kartoffeln verkörpern die geknechteten Bauern, Würste symbolisieren die Adeligen, die Ubu mit seinem Hackebeilchen niedermetzelt. Die Aktualisierung von Macht und Gewalt konnte im Kopf des Zuschauers erfolgen, sie wurde nicht vorgegeben.

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Impressionen aus der Aufführung

Kommentierungen aus der Festivalzeitschrift Spotligth Nr. 3
Gestern ging offensichtlich nach der Aufführung von "König Ubu" ein tiefer Graben durch die Teilnehmer des Festivals: Ein theaterbegeistertes Ehepaare stritt sich: "Ich fand's gut" - Mir hat's nicht gefallen." Mitglieder des Leitungsteams diskutierten kontrovers: "Die Produktion war sauber." - "Mir hat's einfach nicht gefallen." Und unter den Gruppen reichten die Rückmeldungen von "Am Anfang habe ich mich vera... gefühlt ...." über "ich konnte mit dem Stück, der Darstellung nichts anfangen; ich versteh's einfach nicht" bis "Für mich war das Stück klasse, ich habe gelacht nicht über die Gruppe, sondern mit der Gruppe!"
Als einen zentralen Punkt der Irritation des Publikums wurde der Umgang mit dem Spieltempo ausgemacht. Gerade vor dem Hintergrund der schnellen, spritzigen Bouncers-Inszenierung vom Nachmittag war das langsame Tempo Ubus besonders auffällig.
Ein breites Spektrum von Resonanz - und Jarry hat offensichtlich mal wieder mit seinem absurden Theaterstück sein Ziel der Publikumsprovokation erreicht.

Was haben wir gesehen und was können wir von dieser Inszenierung mit nach Hause nehmen?

  • Eine weitgehend leere Bühne, auf der es der Gruppe trotz aller (persönlicher) Skepsis gelungen ist, ein Tischtheater, das von der Gruppe i.d.R. nur in kleinen Räumen gespielt wird, angemessen ins Licht zu setzen. Wünschenswert wäre gewesen, wenn die Lautstärke Mutter Ubus dem großen Raum Rechnung getragen hätte.
  • Eine Textdarbietung auf der Basis eines radikal gekürzten Textes mit einer Vielzahl von Darstellern (über zwanzig!), die in dieser Inszenierung von zwei Spielern, einem Erzähler und gleichzeitig Percussionisten und von Handpuppen in Szene gesetzt wurde: "Schön die Kombination von Spielern, Puppen, Erzähler mit seiner Antimusik und dem ferngesteuerten Spielzeugpanzer ..."
  • Die Reduktion auf wenige gezielt ausgewählte Requisiten, die teilweise multifunktional eingesetzt wurden: So diente z.B. der Tisch nicht nur als realer Tisch, sondern wurde im Verlauf der Darbietung zu einer kleinen Puppenbühne umgebaut, was allerdings auch zu Längen führte, obwohl "Musik" diesen Vorgang begleitete
  • "Eine einfache Kostümierung mit eigener Ästhetik" im Sinne des "armen Theaters": "less is more!"
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wenden Sie sich an Michael Schwarzwald
Stand: Mai 2001

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