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Aufführungen

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 2000

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Theaterwoche Korbach 2000: Aufführungen

Jahrgangsstufe 12 der Alten Landesschule Korbach
Spielleitung: Karin Pschera, Gabriele Sommer
"LEONCE UND LENA"

Wer angenommen hat, "Leonce und Lena" von Büchner könnte nach sechsmaliger Präsentation in Korbach nichts Neues bieten, wurde überrascht: In einem fächerübergreifenden Grundkurs Deutsch/Sport in der Alten Landesschule/Korbach entstand ein Tanzspiel, das die Grundidee und die Gefühle durch geschickt ausgewählte Textfragmente und ausdrucksstarke Bewegungselemente verdeutlicht; genauere Kenntnis des Stückes vorausgesetzt.

Die Handlung wurde in einen modernen Kontext gestellt: Leonce ist der Sohn eines Großindustriellen, und die Verheiratung mit Lena soll einer Firmenfusion dienen. Büchners Hauptthema: Langeweile aus Lebensüberdruss, ein Zustand, der nur durch Liebe überwunden werden könnte, erfährt eine realistische Deutung. Es gibt nur ein scheinbares Happyend: Auch die Zweisamkeit der Liebenden endet in Langeweile.

Leoncens Betrachtung des Lebens wird eindimensional gesehen. Schwarzgekleidete maskierte Gestalten sprechen die Schlüsselsätze: sie studieren aus Langeweile, sie verlieben, verheiraten, vermehren und sterben endlich aus Langeweile. Das ist das Handlungsgerüst. Sehr schön sind die tänzerischen Illustrationen: Rosettas laszive Liebeswerbung, die Flammen der Liebe beim ersten Kuss und die Wellen des Flusses, in den sich Leonce stürzen möchte. Musik und Kostüme haben ent-scheidenden Anteil an der geglückten Aufführung.

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Impressionen aus der Aufführung

Kommentierungen aus der Festivalzeitschrift Spotligth Nr. 3
Wie sagte doch Bürgermeister Bonhage sinngemäß in seiner Eröffnungsrede? ‚Hier finden junge Theatergruppen den Mut, ihre Inszenierung der Öffentlichkeit und damit im Kontext eines Theatertreffens auch einem fachkundigen Publikum zu stellen.' Und genau das machte auch der Kurs der ALS mit seiner freien Tanztheaterbearbeitung von Büchners "Leonce und Lena", die gestern ihre Premiere hatte.
Im Vergleich zu allen anderen Gruppen des diesjährigen Treffens muss man wissen, dass diese Produktion ausschließlich im normalen Unterricht entstanden ist - und jeder Lehrer und auch Schüler letztlich weiß, wie schwierig es ist, Theaterarbeit im normalen Stundenplan durchzuführen.

Was haben wir von der Gruppe gesehen?
Der Büchnertext diente offensichtlich ausschließlich als reine Szenenbausteinsammlung für die eigenständig erarbeitete Szenenkomposition, dabei wurden in der Anfangs- und Endszene Zitate aus dem Originaltext in einer Bewegungschoreographie dargestellt. Da in den weiteren Szenen der Text auf die heutige Zeit übertragen wurde, wurde in einem Gesprächsbeitrag bedauert, dass nicht mehr Originalzitate aus dem Text verwandt wurden.
Insgesamt wurde der Text soweit gekürzt, dass eigentlich nur der Inhalt der Textvorlage eine Rolle spielte; für Textunkundige bedeutete dies, dass der Verlauf der Handlung nur mit Schwierigkeiten nachvollzogen werden konnte. In diesem Zusammenhang wurde auch hinterfragt, ob diese radikale Textreduktion dem Stück (noch) gerecht wird - eine vielleicht verständliche Frage nach den ersten Stücken des Treffens: In diesem Fall ist das Ergebnis dieses Gruppe mit dem Auftrag und Ziel des eigentlichen Unterrichts verbunden, denn es handelt sich um ein fächerübergreifenden Kurs, in dem Deutsch und Sport - hier mit dem Schwerpunkt Tanz - miteinander kooperieren und insofern sind vielleicht Theaterinszenierungen - zumindest wenn man sich gerade erst auf den Weg macht - noch nicht so ausgefeilt wie unter den "Insidern", die außerhalb des Unterrichts arbeiten können.
Obwohl die Bühne bereits insgesamt mit einfachen Mitteln gestaltet wurde, waren dennoch Umbaupausen erforderlich - hier der Tipp: Noch mehr beachten: "Less is more!" (s.o.) (...)

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wenden Sie sich an Michael Schwarzwald
Stand: Mai 2001

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