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 2000

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Theaterwoche Korbach 2000: Aufführungen

theater-spielladen, Rudolstadt
Spielleitung: Jon - Kaare Koppe
"ZWERG NASE"

Erfreulicherweise sprang der theater-spielladen/Rudolstadt mit einem zweiten Stück für eine Gruppe ein, die kurzfristig abgesagt hatte. Am Nachmittag erfreuten die Rudolstädter die Kinder mit dem Märchenspiel "Zwerg Nase" in einer Bearbeitung von Christian Martin, frei nach Hauff. Das spröde Märchen, das nicht den gängigen Klischees entspricht, ist für die Bühne nicht leicht umzusetzen. Auf komplizierte Zusammenhänge wird zugunsten bekannter Elemente verzichtet: Jakob und die Prinzessin werden bestraft, weil sie die Frau mit der langen Nase verhöhnen.

Requisiten werden sparsam eingesetzt: Sonne, Mond, große Sonnenblumen kennzeichnen Zeit und Ort des Geschehens. Übergänge erfolgen rasch durch einen großen bemalten Würfel: Er ist Spielkiste der Prinzessin, Verkaufsstand der Marktfrau, Kochtopf der Hexe und Sitzbank des Königs. Jede Figur ist in Haltung und Sprechweise auf ein Muster festgelegt: der ratlose König, der komische Minister, die resolute Marktfrau. Besonders gefielen die beiden Hauptfiguren; sie schlüpften im Nu durch kleine Veränderungen in die neue Identität: in Zwerg Nase und in die schnatternde Gans. Unterstützt wird die Verwandlung der beiden Kinder durch Lichtreflexe und Musik. Musik ist insgesamt ein wichtiger Stimmungsträger. Die kindgemäße Aufführung gefiel den kleinen Zuschauern, obwohl die Stadthalle kein geeigneter Spielort für Kindertheater ist.

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Impressionen aus der Aufführung

Kommentierungen aus der Festivalzeitschrift Spotligth Nr. 4
Erster Gedanke, als ich das Programm las: "Ach, das ist ein Kinderstück. ... Na ja, das werde ich mir dann nicht angucken!" Nun bin ich doch darin gelandet und siehe da, es war gar nicht so "schlimm", wie ich es befürchtet hatte. (Ich hab nämlich ganz gut amüsiert.)

Was fand ich bzw. fanden wir, als junge Erwachsene, gut/nicht so schlimm?

  • z. B. den König, weil er in seinem Spiel aus meiner Sicht die Kinder sehr gut angesprochen hat
  • die (Zauber-)Kiste, weil sie schnelle Umbauten erlaubte und ein vielseitiges Requisite war/ist, das die Phantasie der Kinder anregt(e)
  • trotz meines relativ hohen Alters habe ich mich in diesem kurzweiligen Stück recht gut amüsiert (Spiel, Tempo in vielen Szenen, Sprachwitz)
  • sogar Dennis konnte sich für das "Kinder" - Stück begeistern
    unsere Resonanz spiegelte sich auch nach unseren Befragungen insgesamt im Publikum wieder.

Was fand ich nicht so gut?

  • Schwierigkeiten hatte ich mit der öffentlichen Demaskierung/Rückverwandlung von Jakob und der Prinzessin am Schluss. Die Gruppe hat diese offene Form der Rückverwandlung bewusst gewählt, um damit die Kinder wieder in die Wirklichkeit zurückzuholen.
  • Nach meiner Beobachtung war möglicherweise die erste Zauberszene für einige Kinder mit Furcht verbunden, obwohl die Hexe bei ihrem ersten Auftritt mit dem Staubsauger über die Bühne saust. (Vielleicht hatte man dieses Stilmittel häufiger verwenden können.)
  • Problematisch fand ich an einigen Stellen den Sprachgebrauch (Fremdwörter wie Gourmet oder Demokratie. Aber vielleicht fragen ja auch die Kinder ihre Eltern, mit denen sie das Stück besuchen?)... und was können wir im theater-spielladen noch klauen?
  • die stilisierende Kostümierung der Gans (Taucherflossen, ...)
  • das Prinzessinnenkleid, das durch einfaches Hochschlagen den Körper der Gans bildete und umgekehrt
  • vielleicht den Ansatz der Gruppe, einen Kompromiss zu finden zwischen dem traditionellen Märchenspiel und eigenen Ansätzen?
  • die multifunktionale (Zauber-) Kiste
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wenden Sie sich an Michael Schwarzwald
Stand: Mai 2001

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