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Aufführungen

AUFFÜHRUNGEN
2002

Überblick

Theaterwoche Korbach 2002

 

Theaterwoche Korbach 2002: Aufführungen

Theatergruppe am Goethe"
Goethe-Gymnasium mit ehem. Rethel-Gymnasium, Düsseldorf
Spielleitung: Petra Reuffer, Michael Stieleke
„Yvonne, die Burgunderprinzessin“

Was veranlasst einen jungen und attraktiven Prinzen, ein unscheinbares, schweigsames und unbeholfenes Mädchen heiraten zu wollen? Liebe? nein. Er will provozieren, ausbrechen, nicht mehr funktionieren.
Die Eltern sind entsetzt, beugen sich aber seiner Entscheidung, um einen Skandal am Hof abzuwenden. Seine Provokation kaschieren sie als Geste des edelmütigen Herzens und hoffen, dass die Schikane nur eine vorrübergehende Laune bleibt. Doch die bloße Anwesenheit Yvonnes löst erhebliche Irritationen aus und bringt das System ins Wanken (...). Yvonne ist anders. Unsere "Yvonne", auch, denn sie ist der Versuch, aus Elementen des traditionellen Sprechtheaters sowie des Tanztheaters eine für uns neue und eindringliche Bühnensprache zu finden. Die Inszenierung ersetzt Text durch körperlichen Ausdruck und lässt bewusst Lücken entstehen, die die Phantasie des Zuschauers beleben, um in die Geschichte und ihre Bedeutung eindringen zu können. Der Vorhang zu und keine Fragen offen - dann bleibt die Inszenierung im Theater.

Yvonne ist nicht wie alle anderen, verhält sich nicht wie alle anderen und spricht nicht wie alle anderen. Nur oder vielleicht erst recht durch ihre Körperlichkeit wird Unausgesprochenes deutlich und deshalb ist sie Teil und nicht Gegenteil der Sprache. Und genau hier setzt unsere "Yvonne" Elemente des Tanztheaters ein, um die Körperlichkeit - auch in den Beziehungen der Menschen - als Element des Ausdrucks "fühlbar" in eine ganz spezielle Form zu bringen.

Die Gruppe besteht aus 11 Spielerinnen und Spielern aus den Jahrgangsstufen 10 - 13, fünf Technikern aus der 10 und der 12, drei Maskenbildnerinnen aus der 12 und zwei Lehrerinnen und einem Lehrer.

Impressionen 1yvon-gruppe.jpg (14355 Byte) 1yvon-gruppe5.jpg (12088 Byte)
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Impressionen aus der Aufführung

Eröffnet wurde die Woche durch die diesjährige Tanztheaterproduktion "Yvonne, die Burgunderprinzessin" der bewährten Theatergruppe des Goethegymnasiums Düsseldorf, die von Petra Reuffer und Michael Stieleke geleitet wird. Das 1938 vom Polen Withold Gombrowicz verfasste satirische Theaterstück wurde erst 20 Jahre später in Krakau uraufgeführt. Am dekadenten, im höfischen Zerimoniell erstarrten Hof eines fabulösen Königreichs geht Yvonne allen mit ihrer provozierenden Schweigsamkeit und widerborstigen Hässlichkeit auf die Nerven. Das reizt den Prinzen so sehr, dass er gerade sie heiraten will, um seinerseits selbstgefällig zu provozieren. Die Hofgesellschaft ist entsetzt und es bedarf nur kurzer Zeit, um schlussendlich den selbstverliebten Prinzen von der Mesalliance zu überzeugen. Doch nun hat man sie am Hof, wie soll man sie entfernen? Es werden Mordpläne geschmiedet, der König denkt sich die raffinierteste Tötungsform aus: Yvonne soll an einer Gräte ersticken. Der besondere Reiz des Stückes liegt im Kontrast zwischen der schweigsam-plumpen Hässlichkeit Yvonnes und der gekünzelt geschwätzigen Hofgesellschaft. Das Hässliche, an sich schon Opfer genug, wird zur Unterhaltung benutzt, um es später mit eben solcher Lust zu töten.
Hier setzt die Gruppe an. Sie entschied sich für ihre Inszenierung zu einer inhaltlichen Umgestaltung, sie ersetzt die Hässlichkeit der Yvonne durch Schönheit und Natürlichkeit und stellt diese der künstlich erstarrten Hofgesellschaft melodram gegenüber, was dem Stück ein wenig seine ursprüngliche Brisanz nimmt. Der Text tritt weitgehend zurück und wird oftmals sehr eindrucksvoll durch tanztheatrale Elemente ersetzt, was den Möglichkeiten der darstellenden Laien gut entgegen kommt. Bewusst werden Lücken in der Interpretation gelassen, um die Phantasie des Zuschauers zu beleben, ein gewagtes Unterfangen. Eine schlichte, leere, schwarze Bühne, auf der vor allem die in überwiegend schwarzen Anzügen und dunkelroten Brokatkleidern gekleideten SchauspielerInnen gruppenchoreographisch gut in Szene gesetzt werden. Ein ästhetisch gelungener Auftakt.

Hier geht's zur Nachbesprechung dieser Aufführung aus der Festivalzeitschrift Spotlight.
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wenden Sie sich an Michael Schwarzwald
Stand: Juli 2002

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