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AUFFÜHRUNGEN Theaterwoche Korbach 2002 |
Theaterwoche Korbach 2002: AufführungenTheatergruppe am Goethe" Was veranlasst einen jungen und attraktiven Prinzen, ein unscheinbares,
schweigsames und unbeholfenes Mädchen heiraten zu wollen? Liebe? nein. Er
will provozieren, ausbrechen, nicht mehr funktionieren. Yvonne ist nicht wie alle anderen, verhält sich nicht wie alle anderen und spricht nicht wie alle anderen. Nur oder vielleicht erst recht durch ihre Körperlichkeit wird Unausgesprochenes deutlich und deshalb ist sie Teil und nicht Gegenteil der Sprache. Und genau hier setzt unsere "Yvonne" Elemente des Tanztheaters ein, um die Körperlichkeit - auch in den Beziehungen der Menschen - als Element des Ausdrucks "fühlbar" in eine ganz spezielle Form zu bringen. Die Gruppe besteht aus 11 Spielerinnen und Spielern aus den Jahrgangsstufen 10 - 13, fünf Technikern aus der 10 und der 12, drei Maskenbildnerinnen aus der 12 und zwei Lehrerinnen und einem Lehrer.
Eröffnet wurde die Woche durch die diesjährige Tanztheaterproduktion
"Yvonne, die Burgunderprinzessin" der bewährten Theatergruppe
des Goethegymnasiums Düsseldorf, die von Petra Reuffer und Michael
Stieleke geleitet wird. Das 1938 vom Polen Withold Gombrowicz verfasste
satirische Theaterstück wurde erst 20 Jahre später in Krakau
uraufgeführt. Am dekadenten, im höfischen Zerimoniell erstarrten Hof
eines fabulösen Königreichs geht Yvonne allen mit ihrer provozierenden
Schweigsamkeit und widerborstigen Hässlichkeit auf die Nerven. Das reizt
den Prinzen so sehr, dass er gerade sie heiraten will, um seinerseits
selbstgefällig zu provozieren. Die Hofgesellschaft ist entsetzt und es
bedarf nur kurzer Zeit, um schlussendlich den selbstverliebten Prinzen von
der Mesalliance zu überzeugen. Doch nun hat man sie am Hof, wie soll man
sie entfernen? Es werden Mordpläne geschmiedet, der König denkt sich die
raffinierteste Tötungsform aus: Yvonne soll an einer Gräte ersticken.
Der besondere Reiz des Stückes liegt im Kontrast zwischen der
schweigsam-plumpen Hässlichkeit Yvonnes und der gekünzelt geschwätzigen
Hofgesellschaft. Das Hässliche, an sich schon Opfer genug, wird zur
Unterhaltung benutzt, um es später mit eben solcher Lust zu töten. Hier geht's zur Nachbesprechung
dieser Aufführung aus der Festivalzeitschrift Spotlight. |
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