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AUFFÜHRUNGEN Theaterwoche Korbach 2002 |
Theaterwoche Korbach 2002: Aufführungen
Trotz aller Komik ist "Hotel New Hampshire" ein zutiefst
melancholisches Stück. Es erzählt die Geschichte von Win Berrys
unerschütterlichen Versuchen, seinen Traum von einem Leben in Erfolg,
Luxus, Geborgenheit und von einer glücklichen Familie zu verwirklichen.
Diesen Traum möchte Win Berry als Hotelier realisieren, allerdings ohne
die wirtschaftlichen Grundlagen dieses Metiers genügend zu beherrschen.
So stellen sich unweigerlich Rückschläge ein. Der Traum erweist sich als
Illusion. Als sich Mary Bates und Win Berry kennen lernen, erscheint es
ihnen, als eröffne sich ihnen ein unbekanntes verlockendes Leben. Nach
ihrer Heirat wächst die Familie und besteht schließlich aus Wins Vater
Iowa Bob, sowie Franny, Frank, John, Lilly und Egg. Diesen Roman für die Bühne umzusetzen ist ein spannendes Wagnis für uns alle. Wir alle lieben den Roman und es fällt dennoch so schwer zu formulieren, was uns so angezogen hat und weiterhin fesselt. Die Figuren sind so vielfältig und unglaublich liebenswert, dass sie
sich geradezu für Identifikation und Darstellung anbieten. Und Jeder
möchte auch alles spielen, erleben, ausprobieren: egal ob das männliche
oder weibliche Figuren sind - das zeigen wir auch ... Wir sind 16 SpielerInnen im Alter von 17 - 22 Jahre und arbeiten zusammen mit vier tollen, neuen Musikern aus Lörrach und Rheinfelden.
Die in Korbach beliebte Theatergruppe Tempus Fugit aus Lörrach unter
der Spielleitung von Karin Maßen stellte sich in diesem Jahr mit einem
Stück, der mit Spannung erwarteten Dramatisierung von John Irvings
"Hotel New Hampshire" vor und sorgte in der anschließenden
Diskussion für die kontroverseste Beurteilung. Die Bearbeitung ist ein
Wagnis: 600 Seiten bieten zunächst nur ein Handlungsgerippe. Mit den
abstrusen Figuren muss sich der Leser erst vertraut machen. Eine
amerikanische Familie: Der Vater -ein Traumtänzer- will Hotelier werden,
obwohl er als Lehrer davon nichts versteht. Frank, der Älteste, ist
homosexuell; die beiden Mittleren, Franny und John haben mit
Inzestproblemen zu kämpfen; Lilly ist zwergwüchsig; Egg, der Jüngste
ist schwerhörig und die Mutter versucht diese Unruhefamilie zusammen zu
halten. Es geht um Vergewaltigung und Gewalt, um Prostitution und
Extremismus, um den Juden Freud, der ausgerechnet z.Zt. der
Judenverfolgung nach Wien zurückkehrt. Soweit der Roman. Hier geht's zur Nachbesprechung
dieser Aufführung aus der Festivalzeitschrift Spotlight. |
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