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Aufführungen

AUFFÜHRUNGEN
2003

Überblick

Theaterwoche Korbach 2003

 

Theaterwoche Korbach 2003: Aufführungen

Viktoriatheater Essen
Spielleitung: Hans Twittmann
„tanzBar“

Das Tanz-Stück von "Viktoriatheater" will in den wochen-endnächtlichen Tanzritualen der Clubs aufspüren, wie Jugendliche sich ausdrücken, und will sichtbar werden lassen, wie sie sich selbst verstehen. Wichtigstes Requisit ist dabei die Musik: elektronische Musik, die Anklänge an Tanzmusik hat, aber keine ist.
Wir zeigen einen Abend, an dem Jugendliche tanzend zusammenkommen: Was tun sie zusammen und wie gehen sie auseinander? Gehören sie wirklich nur einer Spaßgesellschaft an?
Wir zeigen die Welt in einem Club - das Miteinander und Gegeneinander, Freundschaft, Neid und Konkurrenz. Wir zeigen die Sehnsucht nach Gemeinsamkeit und den Wunsch sich allein zu präsentieren. Wir zeigen, wie Jugendliche sich vielleicht wünschen zu sein, sich aber nicht trauen. Wir zeigen Gefühle und Stimmungen, die sie erfassen, begleiten, wieder verlassen und verändern. Wir zeigen, wie die Musik ihnen hilft persönliche, versteckte Eigenschaften zu offenbaren, wie die Musik die Körper beeinflusst.

Tanztheater, wie wir es verstehen, ist nicht die Produktion einer bloß formalen Choreographie, sondern soll lebendiger, sinnlicher Ausdruck der Gefühle, Anschauungen, Probleme, Beziehungen von Jugendlichen sein.
"Viktoriatheater" ist eine von drei Theatergruppen am Gymnasium Viktoriaschule in Essen und stellt eine Mischform von AG (Klassen 10 - 13) und Literaturkurs dar. Das neue Stück ist das erste reine Tanzprojekt der Gruppe.

Manchmal beim Tanzen genieße ich es beobachtet zu werden, weil ich die Hoffnung habe, dass ein Funken des Gefühls überspringt.

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Impressionen aus der Aufführung

Das "Viktoriatheater" Essen, ein Zusammenschluss von drei Theatergruppen am Gymnasium, erarbeitete ein Tanzspiel: "tanzbar". Die Schüler setzen sich kritisch mit dem Disco-Kult auseinander und entwerfen ein erschreckendes Bild einer Jugend, für die der Disco-Besuch zu Freizeit und Selbstverwirklichung gehört. Gleich beim Eintritt empfängt den Zuschauer laute, verfremdete elektronische Musik, die nervt. Ganz schön mutig der Auftakt mit den hüfte- und poschwingenden Mädchen, die damit Jungs aufreißen wollen. Nach wie vor das weibliche Sexsymbol in den Illustrierten - bekämpft und doch nicht ausgerottet? Und dann die Selbstdarstellung der Mädchen in der Vereinzelung, um Aufmerksamkeit zu erwecken. Es folgt Stillstand, Langeweile, unterstrichen durch einförmige Trommelschläge. Man redet nicht miteinander; die Disco ist nicht der geeignete Ort der verbalen Annäherung. Eine CD mit romantischer Musik wird aufgelegt: die langsamen Bewegungen der Mädchen zeigen Verlorenheit, Sehnsucht nach Berührung, nach Zuwendung. Aber immer, wenn Gefühle entstehen, werden sie durch laute Musik, durch Lärm und Geschrei erschlagen: cool sein heißt die Devise. Probleme werden durch Betäubung verdrängt. Kurze Antworten auf eine knappe Frage machen klar, welchem Zwang sich die Disco-Besucher unterwerfen; sie würden viel lieber die Freizeit anders verbringen.

Hier geht's zur Nachbesprechung dieser Aufführung aus der Festivalzeitschrift Spotlight.
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wenden Sie sich an Michael Schwarzwald
Stand: Februar 2004

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