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2003

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Theaterwoche Korbach 2003

 

Theaterwoche Korbach 2003: Aufführungen

STUDIO-BÜHNE ESSEN
Inszenierung: Carsten Kochan
mit: Sarah Kloss, Daniela Tost, Suzi Galic, Carsten Kochan
"Creeps"

Creeps soll es heißen, das neue hippe Jugend-Magazin eines TV-Musiksenders! Gesucht: Junge Moderatorinnen! Drei haben es geschafft: Lilly, Maren und Petra sind bis in die Endrunde des Castings vorgedrungen. Aber am Ende wird nur eine übrig bleiben - die, die sich beim gemeinsamen Dreh vor der Testkamera am geschicktesten verkauft und die beste Figur macht. Und jede der drei hat einen verdammt guten Grund, warum ausgerechnet sie den Job unbedingt bekommen muss. Tränen, Nervenzusammenbrüche, ein Handgemenge. Während der unsichtbare Regisseur die Puppen tanzen lässt, ahnen diese noch nicht, dass ihnen übel mitgespielt wird, sie die Puppen sind. Das Casting wird zum Parcour der Konkurrenzkämpfe und perfekten Täuschungen!

Erfolgsautor Lutz Hübner zeichnet in Creeps - ein wenig überspitzt doch sehr pointiert, mit viel Sympathie und warmherzig-bitterem Humor für die Protagonisten - ein Bild der sog. VIVA und MTV-Generation, die in Zeiten von Big Brother scheinbar immer mehr nach künstlichem Plastik-Pop giert. Doch Hübner denunziert nicht. Er weiß sehr wohl, dass die Kids von heute vor der "medialen Kampfmaschinerie noch lange nicht die Waffen gestreckt haben".

Die Studio-Bühne Essen ist mit seinem Ensemble und als Veranstaltungsort im Stadtteil Essen-Kray ein fester Bestandteil des Essener Kulturlebens.

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Impressionen aus der Aufführung

"Creeps" nennt der Erfolgsautor Lutz Hübner sein Stück, das von der Studio-Bühne Essen aufgeführt wurde. "It gives me the creeps" heißt: "Dabei kriege ich eine Gänsehaut". Eine Gänsehaut bekommt der Zuschauer, wenn er die Härte und Gefühllosigkeit eines Castings verfolgt. Drei Mädchen unterschiedlicher Herkunft und Wesensart bewerben sich als Moderatorinnen für ein Jugend-Magazin im TV-Musiksender. Die drei sind von vornherein Rivalinnen, die alles einsetzen, um diesen Job zu erlangen. Lilly gibt sich erfahren und überlegen, will sich und ihrer vornehmen Familie beweisen, dass sie Karriere im Showbusniss machen kann. Petra ist naiv unkompliziert und möchte aus dem kleinbürgerlichen Milieu ihrer ostdeutschen Heimat ausbrechen. Maren braucht aus finanziellen Gründen den Job; sie ist ein ernsthafter Typ, intelligent, aber unsicher und wenig schlagfertig. Sie will die persönlichen Fragen nicht, die der Aufnahmeleiter per Lautsprecher anheizt. Die Atmosphäre wird immer gereizter, der Konkurrenzkampf immer gnadenloser; es kommt zu Tätlichkeiten zwischen Maren und Lilly. Trotzdem springt Maren für Lilly mit einem Lied ein, obwohl sie am Ende ihrer Kräfte ist. Die Gefühle der Mädchen werden missbraucht. Am Ende ergeben die Aufnahmen nur einen Werbespot für die Sendung. Die bittere Erfahrung bringt die drei einander näher; sie werden Verbündete und protestieren mit dem Lied "Drei Chinesen mit dem Kontrabass ...", das Lilly anstimmt, gegen die entwürdigende Behandlung. - Insgesamt eine ausgezeichnete darstellerische Leistung.

Hier geht's zur Nachbesprechung dieser Aufführung aus der Festivalzeitschrift Spotlight.
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Stand: Februar 2004

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