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AUFFÜHRUNGEN Theaterwoche Korbach 2003
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Theaterwoche Korbach 2003: AufführungenTheaterprojekt der Katharina-Henoth-Gesamtschule, Köln "Eine Collage über Kinder und Jugendliche in Konzentrationslagern
unter Verwendung authentischen Materials" nennt die 1963 in
Düsseldorf geborene Autorin Lilly Axter ihr Theaterstück im Untertitel. Die 25 deutschen, türkischen, russischen, italienischen und jugoslawischen Mitspieler im Alter von 12 - 20 Jahren unserer Theater-AG zeigen jedoch, dass sich das Stück besonders gut für die Theaterarbeit mit Kindern und Jugendlichen eignet. In der Auseinandersetzung mit dem Stück hat sich neben dem unterschiedlichen Migrationshintergrund auch der Altersunterschied der Akteure als fruchtbarer Impuls erwiesen. Die jüngeren Mitspielerinnen suchen häufig das Gespräch mit den älteren, um das Gespielte besser verstehen zu können. Dieser gemeinsame Prozess des Verstehen- und Begreifenwollen dessen, was dargestellt wird, hinterlässt die Akteure verändert. Dies zeigt sich zum einen in der Ernsthaftigkeit des Spiels als auch in einem veränderten Bewusstsein der Thematik des Holocaust gegenüber.
Ernst ging es bei dem Theaterprojekt der Katharina-Henoth-Gesamtschule/Köln zu "Doch einen Schmetterling hab ich hier nicht gesehen" von Lilly Axter. Das Stück erinnert in kurzen Szenen an das Schicksal von Kindern und Jugendlichen in Ghettos und Konzentrationslagern. Vier Handlungsfäden ziehen sich durch das Stück: die Geschichte der Kleinen, die über Wasserkanäle Lebensmittel ins Lager schmuggeln, sinnlose Schikanen, Selektion an den Rampen und die Kinderspiele, durch die der Überlebenswille erkennbar wird. Konzipiert wurde die Collage als Stationen-Theater: eindrucksvoll der nächtliche Gang durch Korbach vom 0bermarkt über den Schießhagen zur Kilianskirche. Die kurzen Szenen bleiben nebeneinander stehen, ohne spielerische Ausweitung und Verknüpfung. Von den Schauplätzen ging eine besondere Stimmung aus, so dass es den Darstellern trotz der Isolierung der Szenen gelang, die Atmosphäre immer wieder neu aufzubauen. Am besten gelang das in der Kirche mit der Schlussszene, als sich die Darsteller in Reihen aufstellten und einzeln die Namen und das Alter von Kindern nannten, immer schneller und lauter, die im Konzentrationslager umkamen. Insgesamt wurde sehr gut gesprochen; im Vordergrund der Inszenierung steht der Text und nicht das Spiel. Schon im Prolog heißt es: "Wir werden die nicht sein, die in Konzentrationslagern starben, wir können die nicht sein, auch nicht im Spiel im Theater... Wir wollen von ihnen und über sie sprechen..." Demnach von vornherein keine Identifizierung, sondern Distanzierung. Hier geht's zur Nachbesprechung
dieser Aufführung aus der Festivalzeitschrift Spotlight. |
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