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Aufführungen

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2004

Überblick

Theaterwoche Korbach 2004

 

 

Theaterwoche Korbach 2004: Aufführungen

"Die geliebte Stimme"

von Jean Cocteau
theater-unart, Hamburg
Inszenierung: Klaus Ude

"Die geliebte Stimme" ist ein moderner Klassiker, wahrscheinlich das beliebteste Ein-Frau-Stück und möglicherweise Cocteaus Beitrag zum "Frauenstück" schlechthin.

Der Einakter ist kein romantisches Werk, aber psychologisch höchst effektvoll: das ganze Stück ist ein einziger Monolog am Telefon, die Geschichte einer bis ins Tiefste aufgewühlten, weiblichen Seele.
So erleben wir das allerletzte Telefonat einer Frau mit ihrem Geliebten, der sie verlassen hat, um eine andere zu heiraten. Doch die anfängliche Gefasstheit der Verlassenen lässt sich nicht aufrecht erhalten. Aus Lügen und erdichteten Wahrheiten erwächst ein Dickicht weiblicher Selbsterniedrigung. Aber die sichere Verliererin kämpft - strauchelnd, ständig zwischen Hysterie und Depression, Angst oder Zorn schwankend - um jede Minute Aufschub. Das Gespräch, es kann, es darf einfach nicht enden!

Obgleich die Inszenierung im Wesentlichen auf das Spiel der Darstellerin setzt, kommen Videosequenzen und elektronische Live-Musik zum Einsatz. Dem Stück neu hinzugefügte Szenen führen die Darstellerin in eine von Wunschdenken und Ängsten geprägte Trickfilmwelt.
Die Künstlergruppe unart existiert seit 1991. Sie wirkt seit-her vorzugsweise im Bereich des Musik- und Projekttheaters. Auch Kurzfilme, Hörspiele oder Filmmusiken gehören zum Wirkungsbereich der Gruppe.
Den derzeitigen inhaltlichen Schwerpunkt stellt der Mensch im Umgang mit Kommunikation, Scheinwelten und Virtualität im digitalen Zeitalter dar.
"Die geliebte Stimme" von Jean Cocteau wurde im Oktober 2003 in Hamburg erfolgreich aufgeführt.

Rückblick
"La voix humaine"- Die geliebte Stimme von Jean Cocteau, gespielt vom theater-unart/Hamburg. Also Profitheater: Der Monolog einer Frau, die zum letzten Mal mit ihrem Geliebten telefoniert, der sie verlassen hat. Die Künstlergruppe wirkt vorzugsweise im Bereich des Musik- und Projekttheaters, dementsprechend ist die Inszenierung aufgebaut. Die Technik wird als Spielpartner sichtbar:
Die beiden Bild- und Tontechniker, die Videosequenzen und elektronische Live-Musik einblenden, stehen rechts und links im Vordergrund. Ein belebendes Element, wie der Einsatz der modernen Technik ganz allgemein. So wird aus Cocteaus 45 Minuten-Stück ein mehr als 90 Minuten-Projekt. Der Monolog ist der Stimmungslage der Telefonierenden entsprechend in drei Phasen gegliedert, verdeutlicht durch das Kleid: zuerst grün, dann rot, schließlich schwarz. Die musikalisch untermalten Projektionen sind mit dem Text und der Darstellerin verwoben und unterstützen das Verständnis für die Passagen, die der Zuschauer nicht mithört. Eine Stimme von außen, die kommentiert und Textstellen übernimmt, entlastet ebenfalls die Sprecherin, so dass sich mehr Möglichkeiten für differenziertes Spiel ergeben. Die Interpreten haben sich nicht an Cocteaus Regieanweisung gehalten; sie finden einen versöhnlicheren Schluß durch ein poetisches Bild: Gräser wiegen sich im Wind, und im Augenb1ick des Todes kehren freundliche Erinnerungen an früher zurück.

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Impressionen aus der Aufführung

Hier geht's zur zur Nachbesprechung dieser Aufführung 
aus der Festivalzeitschrift "Spotlight"
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wenden Sie sich an Michael Schwarzwald
Stand: September 2004

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