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Einführung |
Theaterwoche Korbach 2007: AufführungenDONNERSTAG, 17.
MAI Medea - ist das nicht die Frau aus dem alten Griechenland, die ihre Kinder umgebracht hat, nur weil ihr Mann sich eine andere Frau genommen hat? Ja und nein. Medea = die Kindsmörderin, das hat sich ein Mann ausgedacht ... Aber der Reihe nach: Die alte griechische Argonauten-Sage erzählt auch von Medea, der Königstochter aus der Stadt Kolchis im Kaukasus, die sich in den Argonauten Jason verliebt und ihm mittels Zaubermitteln zum goldenen Vlies verhilft. Da sie dadurch ihren Vater betrogen hat, flieht sie mit Jason nach Griechenland. Die beiden bekommen zwei Kinder. - So weit diese alte Sage, deren älteste Fassung um 630 v. Chr. entstanden ist. Der griechische Autor Euripides hat die alte Sage aufgegriffen und daraus 431 v. Chr. eine Tragödie gemacht, wobei er - als Höhepunkt - den Kindermord durch Medea erfunden hat. Seitdem geistert Medea durch die Literaturgeschichte, und viele Autoren haben in verschiedenen Varianten das Schicksal der Medea bearbeitet. Mal ist sie die abgrundtief schlechte Barbarin aus dem Kaukasus, mal ist sie die verzweifelte Frau und Mutter - aber die meisten Autoren blei-ben bei der Erfindung des Euripides: Medea = die Kindsmörderin. In unserem Stück stellen wir die unterschiedliche Bearbeitung des Medea-Stoffes verschiedener Autoren vor: 8 Autoren - 8 Ansichten - 8 Varianten. Gleichzeitig versuchen wir, die Geschichte chronologisch zu erzählen, vom Kennen- und Liebenlernen des Paares Medea und Jason bis zum Tod der Kinder. Dabei werden an entscheidenden Handlungspunkten mehrere Varianten gegenübergestellt - so wird der Tod der Kinder gleich viermal dramatisiert. Ein Puzzle von Autoren-Positionen entsteht, aus dem der Zuschauer seine eigene Wahrheit zusammensetzen muss. Die Theater-AG ist eine freiwillige schulische Arbeitsgemeinschaft, die allen SchülerInnen der Klassen 10 - 13 offen steht und z. Z. 51 Teilnehmer umfasst. Wer die Schule verlässt, kann nicht mehr mitmachen - so gibt es in jedem Jahr große Veränderungen, und jeder Schuljahresanfang bedeutet auch einen (relativen) Neuanfang. Alle Schritte der Inszenierung werden gemeinsam diskutiert und erarbeitet.
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