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Einführung
2009
Überblick
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Theaterwoche Korbach 2009: Aufführungen
Donnerstag, 21. Mai 2009, 20.00
Uhr, Stadthalle Korbach
"Das jüngste
Gericht"
Ein Theaterstück mit und für Menschenfressermenschen
rohestheater,
Mies-van-der-Rohe-Schule Aachen
Regie: Eckhard Debour, Gerhard Gumprecht, Niels Kaletsch, Sarah Mehlfeld
Schon von alters her sieht sich der
Mensch in seinem Jagd- und Essverhalten als schuldig. Herausgefallen aus
der paradiesischen Einheit mit der Natur empfindet er sich durch sein
Ich-Bewusstsein in der ihn umgebenden Welt als fremd.
Das Phänomen des Kannibalismus ist
bekannt aus Mythen und Sagen, aus Forscherberichten über Rituale weit
entfernt lebender Naturvölker oder aus medienwirksamen Skandalfällen wie
dem des Kannibalen von Rothenburg. Kannibalismus: ein Thema, das uns nicht
betrifft. Oder doch?
Rio Reiser behauptet:
"Menschenfressermenschen gehört fast die ganze Welt". Ruft die
Wachstums- und Konsumgier unserer Gesellschaft nicht auch eine Art des
Kannibalismus hervor? Sind wir nicht alle routinierte und
gewohnheitsmäßige Menschenfressermenschen, die in einer globalisierten
Welt auf indirektem Wege die Lebensgrundlagen anderer Menschen verbrauchen
und damit ganz konkret ihre Existenz bedrohen?
Die Kollage "Das jüngste
Gericht" spiegelt die Vielschichtigkeit und den hohen
Verbreitungsgrad kannibalistischer Verhaltensweisen wider. Sie tauchen
nicht nur im kulturell-religiösen Kontext auf, sondern erstrecken sich in
unseren sozialen und wirtschaftlichen Alltag hinein. Das Stück stellt die
Frage nach dem verantwortungsvollen Umgang mit unseren Mitmenschen und mit
der Welt, in der wir leben. Einerseits stehen vor diesem Gericht die
täglichen Ess- und Lebensgewohnheiten unserer westlichen
Konsumgesellschaft unter Mordverdacht. Andererseits stellt sich dieses
Gericht als Gala-Menü heraus, bei dem wir selbst das Dessert sind.
rohestheater der Mies-van-der-Rohe-Schule,
einem Berufskolleg für Technik in Aachen, besteht seit 1992 aus der
Kombination von Theater-AG und Literaturkurs der Jahrgangsstufen 11 - 13
und einer offenen Jugendarbeit. Oftmals spielen daher auch ehemalige
Schüler, Schüler anderer Schulen, Jugendliche und Auszubildende mit. Die
Besetzung wechselt jährlich, die Arbeit ist im Freizeitbereich
anzusiedeln.
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Plakat der
Theaterwoche
Korbach 2008

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