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WERKSTÄTTEN
Gesamtüberblick
Literarische Quartett-
karten (2002)
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Werkstätten
Theaterwoche Korbach 2002:
Karten-Spiele
Werkstatt Körpertheater
Eckhard Debour, Roetgen
"Schillernde Spaniels - duldende Stelen"
Dienstag: 1. Einheit
- Begrüßung, Organisatorisches, Erläuterung des Werkstattthemas,
Kennenlernrunde
- Sitzkreis: Jeder berichtet kurz von sich.
- Stehkreis: Auswendiglernen der Namen
Körperreise zum Thema "Schöne Tage in Aranjuez" :
Körperentspannung, / Beschreibung einer andalusischen Landschaft / Sonne
/ Flimmernde Hitze, Mittagszeit / Dürre / beige-braun, blasses Gelb /
span. Wind-
mühlen / Orangenhaine / Weinberge / ein Abendessen auf dem Land oder in
einer Dorfkneipe / Zeit: Von Sonnenauf- bis -untergang.
Musik: "Suite populaire bresilinne" v. Villa Lobos (St.12)
- Laufen durch den Raum und Begrüßen mit Nennung des Namens des
jeweils Anderen.
- Ausdrucksformen beim Gehen: groß, klein, traurig, verliebt, stolz,
duldsam.
- Laufen durch den Raum und chorisches Rezitieren der 4 Don
Carlossätze:
1. Stolz will ich den Spanier.
2. Wo alles liebt, kann Carl allein nicht hassen.
3. Die schönen Tage von Aranjuez sind nun zu Ende.
4. Große Seelen dulden still.
Gestaltung des 3. Satzes. / Dreistufiger Aufbau / Achten auf
Wiederholbarkeit / freeze.
(permanent laufen)
Dann damit wechselseitiges Begrüßen zur ersten Rollenfindung. /
Hinzufügen einer persönlichen Geste. / Kurze Einzelpräsentation vor der
Gruppe. / Bei genügender Zeit folgen die anderen 3 Sätze nach gleichem
Muster.
Es wird nun je Satz eine Figur ausgewählt für alle. Auf Kommando kollektive
Gestaltung einer Figur zu jedem Satz, während die Gruppe im Raum geht und
mit abschließendem Standbild reagiert. Dazwischen schneller
Positionswechsel.
Aufgabenstellung: Wie könnten sich die Sätze zu einer Szene u.
später zu einer Folge entwickeln?
Ausgabe des Kindlerlexikonartikels zur Hintergrundinformation, ohne damit
eine inhaltliche Vorgabe zu beabsichtigen.
Mittwoch: 2. Einheit
- Gemeinsames Apfelsinenessen (riechen u. schmecken)
- Körperreise zum Thema "Wo alles liebt, kann Carl allein nicht
hassen"
Körperentspannung / (Herz, Bauch, Becken zum Thema "Liebe")
Liebesszenario: Stiche in der Brust, Rhythmussprünge, Klopfen, Schlagen,
Warmwerden des ganzen (Ober-) Körpers bis in die Fingerspitzen u. Zehen,
Schwindel in der Magengrube, Gänsehaut umspannt den ganzen Körper, das
Becken spannt sich, beginnt zu vibrieren, Steigerung, entspannendes Sich -
Öffnen, Loslassen.
Musik: J. Rodrigo: "Concert d` Aranjuez" Adagio (St. 2)
- Aufwärmen: Tanzen zu O. Lieberts, Nouveau Flamenco, St. 1.
- Im Raum gehen / verliebt sein / sich verliebt begegnen / hassen /
sich hassend begegnen.
Wählt einen der 4 Don Carlossätze, jeder Satz sollte vorkommen /
Sprechen des gewählten Satzes nach Vorgabe: laut - leise,
gebetsmühlenartig für sich, wobei immer nur die jeweiligen Satzgruppen
während des Gehens sprechen / anschließend sich mit einer persönlichen
Geste u. seinem Satz begegnen.
Im Kreis rennen und auf Kommando vor der Großgruppe präsentieren. (Es
sollten alle 4
Sätze zu sehen sein.)
PAUSE
- Ziehen der Quartettkarten, es bilden sich entsprechend der
Satzreihenfolgen 4 Gruppen, die
eine gemeinsame Szene u. Szenenfolge erarbeiten. / GA
- Präsentation der GA
- Reflexion zum Thema Szene u. Szenenfolge anhand der
Präsentationsergebnisse.
Aufgabenstellung: Besorgt euch ein Requisit, mit dem ihr eure
Szenenfolge spielen würdet.
Donnerstag: 3. Einheit
- Körperreise zum Thema "Stolz will ich den Spanier":
Körperentspannung /
a) Duellbegegnung vor spanischer Sonne: Betonung des Kinns, der Ferse,
sowie durch Heben des Kopfes in den Nacken Betonung von Nase und
Stirn.
Attribute: hart / gespannt / gezogen / starr
b) Ein Abend in einer voll besetzten Taverne, auf einer Flamecobühne
begegnen sich Mann und Frau: Sich in die Brust werfen / Umkreisen /
Immer Blickkontakt / Hohlkreuz / verhärtete, vorgeschobenen Hüften /
Kopf im Nacken / die Augen schauen herab.
c) alternativ: Beschreibung eines Stier /es/ kampfes
Musik: O. Liebert, Nouveau flamco, St. 11
- Gymnastikkreis: Drehen der Gelenke - Fuß ( links u. rechts),
Unterschenkel, Oberschenkel, Hüfte, Schultern, Ober- und Unterarm,
Hände und Kopf
- Aufwärmen: Tanzen zu E. Zrihans, Ashkelon, St.2 , zuerst in wechselnden
Begegnungen, dann in Paarbildung und zuletzt in der Gesamtgruppe (
Betonung des Kinns, der Nase, der Stirn, der Brust)
- Im Raum gehen u. gebetsmühlenartig zitieren / Variationen in der
Lautstärke / Rappen
- Alle sprechen den gleichen Satz weit auseinander / eng zusammen /
liegend / kriechend /
stehend / in Vierergruppen körperlich miteinander irgendwie verzahnt
aber sich dabei
fortbewegend.
PAUSE
- Jeder entwickelt seine eigene, kleine Szenenfolge, die er mit seinem
Requisit spielt und in
die er seine persönliche Geste integriert.
- Präsentation vor der Großgruppe
- Abschlussreflexion
4. Einheit: Freitag
- Körperreise zu Thema "Große Seelen dulden still":
Körperentspannung ( Beine, Rückrat und Schultern ) Nacht aus Blei /
Grau und nebelverhangener Tag / Schlick im Wattenmeer / Betonung der
Schwere / Beine aus Blei / aushalten / tragen / ertragen / Gewicht /
Druck, der das Rückgrat beugt / ruhiges Atmen / ausharren / hinnehmen
/ aushalten.
Musik: E. Satie, Gymnopedie 1-3
- Aufwärmen mit Tanz: Afro Cuban Allstars oder / und Astor Piaziolla
"Tango St. 7"
- Logopädische Übungen: T - P - T - K :II
sch - sch - sch - sch :II
s - s - s - s :II
ch - ch - ch - ch :II
FT -FT - FT - FT :II
huit - huit - huit - huit :II
- Sprechen der 4 Don Carlossätze mit Korken
- Bildung der 4 Satzgruppen vom Mittwoch mit dem Auftrag, eine
endgültige Szenenfolge zu entwickeln.
- Präsentation
- Choreographie des Gesamtproduktes in der Großgruppe: 4 einzelnen
Szenenfolgen entsprechend den Spielkarten, die zuvor präsentiert
wurden, folgt eine Gesamtgruppenchoreographie indem entweder alle
alles spielen oder entsprechend der 4 Gruppen eine ausgesuchte
Textfolge zu Musik präsentiert wird. (Ein Rapp wäre z.B. auch
möglich)
- Abschlussreflexion bei einem Schluck spanischen Rotweins...
REFLEXION :
Die vier Arbeitseinheiten ermöglichten eine Präsentation, die die
Aufbauprinzipien einer Szenenfolge entsprechend der jeweiligen Reihenfolge
der Schillerschen Zitate varierte.
Vor allem der semantische Zugriff auf die einzelnen Zitate in der Analyse
der vorgespielten Beispiele der TeilnehmerInnen zeigte mehr oder weniger
stringente Abfolgen, die in der Arbeit dann diesbezüglich korrigiert
wurden. Die jeweilige Einfühlung über die Körperreisen ermöglichte
hierzu eine jeweils erste Anverwandlung des Zitatthemas. Die TeilnemerInnen
begrüßten zudem die Reisen aufgrund ihrer "entspannenden"
Wirkung. Während der Arbeit wurde das entworfene Konzept spontan
umgeschmissen, wenn von den TeilnehmerInnen eigene Ideen oder Spiele
aufkamen, ohne dass dabei das Zwischenziel verloren ging.
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