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Werkstätten

WERKSTÄTTEN

Gesamtüberblick

Das Reich der Liebe - szenische Darstellung von Gefühlen (2004)

 

 

Werkstätten: Theaterwoche Korbach 2004

Bewegungstheater
Stefan Koller, Bonn
Auf amourösen Pfaden im bewegten Reich der Liebe

Welches Thema bewegt uns mehr als das der Liebe? Welche Bewegungen bestimmen die Liebe, wenn wir sie finden, oder sie aber auch verlieren? Wie können wir, rasend vor Liebe, in einem überfüllten Aufzug aushalten? Welche dunklen Abgründe können wir durchschreiten, wenn wir verlassen werden, sei es aus Liebe oder durch den Tod eines geliebten Menschen? Wie ist es, wenn Liebe beflügelt und wir das entsprechende Getränk dazu gar nicht brauchen?
Alles Fragen, die in diesem Workshop mit viel Bewegungen und szenischem Geschick beantwortet werden sollen. Dabei wird eine Landkarte vom "Reich der Liebe" eine bewegende Rolle spielen. Sie wird theatralische Pfade weisen, die erst in der Improvisation erkennbar werden, erarbeitete Bewegungstechniken werden helfen sie zu bewältigen. Choreographische Aspekte von Bewegung sollen helfen, die szenisch bewegte Liebe in ein theatralisch interessantes Bild zu rücken.

Kleidung: Sportbekleidung und Turnschuhe!!!
Sonstiges: Lust auf Bewegung und Körpertraining!

Werkstattbericht
"Wen Liebe nie zu weit getrieben, den trieb sie niemals weit genug". Diesen Satz chorisch sprechend, in einem Schlussbild verharrend, beendeten die Teilnehmer der Werkstatt "Bewe-gungstheater" ihre Präsentation am letzten Tag der Theaterwoche.
Wir haben diesen "Schlusssatz" nicht zu ernst genommen, aber schmunzelnd und erschau-dernd erahnten wir einen Teil der Möglichkeiten, ob im Guten oder Schlechten, wohin die Liebe treiben kann, - und schon so manchen (von uns)getrieben hat! Er repräsentierte auch unsere theatralische Reise durch das Reich der Liebe, dem diesjährigen Thema der Theater-woche. Spielerisch ließen wir uns gerne mal in Richtung der Extreme treiben. So konnte man in dieser Präsentation wilde Beziehungsdramen erleben, die Ekstase und Anbetung des Stars beim Rockkonzert und ihren jähen Fall zugunsten der wahren Liebe. Sehen konnte man auch eine clowneske Fahrt nach Freudenhausen und die dortigen freudigen Ausbrüche, ebenso die Ausbrüche bei Ankunft in Onanieheim wie auch in Zärtlichhausen.

Bewegungstheater zeichnet sich durch seine körperorientierte Spielweise aus, in der die Vielfalt der menschlichen Bewegung mit seinen unendlichen Darstellungs- und Spielmöglichkeiten Hauptträger des szenischen Spiels ist. Wir probierten beim Erarbeiten der Körpertechniken verschiedene Spielrichtungen aus, um das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln zu fühlen und zu sehen. Clownesk, pantomimisch, abstrakt, mit und ohne Sprache, usw. - die Mischung ist interessant und sie ist m.E. eine besondere Möglichkeit des Bewegungstheaters!

Ganz abgesehen von der inhaltlichen Bearbeitung von diversen Themen, ist es mir wichtig, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Workshops ein besonderes Augenmerk auf die bewusste Gestaltung von Bewegung legen. Sie sollen ein spezielles Verständnis für Bewegung entwickeln. Sowohl über Körpererfahrung, Zusehen und verbale Information sollen sie lernen, Bewegung als räumliches und zeitliches Geschehen wahrzunehmen, das durch die Dynamik erst zum Leben erweckt wird. Das trifft grundsätzlich, sowohl auf die Bewegung einer Spielerin oder eines Spielers, als auch auf die Bewegung einer Gruppe zu, bzw. auch auf die Bewegung eines ganzen Stücks. Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen lernen, die beim Spiel ständig entstehenden "Bilder", bewegungsspezifisch zu analysieren. Warum wirkt ein Bild bzw. Bewegung interessant und warum nicht? Das räumliche Verhältnis der einzelnen Akteure und der jeweiligen Gliedmaßen unter dem Aspekt der dynamischen Bildgestaltung steht dabei im Zentrum der Diskussion. Raumebenen und Raumrichtungen, zeitliche Unterschiede, verschiedene Intensitäten und Spannungszustände der Bewegung des Einzelnen oder der ganzen Gruppe sind zentrale Bewertungskriterien. Dieses angestrebte Verständnis der eigenen Bewegung im Raum und der Bewegung im Bild ist eine enorme Hilfe, die eigene Bewegung bewusst und interessant zu gestalten, bzw. bewegte und spannende Szenen zu inszenieren. Ein vertieftes Verständnis für Bewegung und der damit verbundenen Ausdrucks- bzw. Darstellungsmöglichkeiten ist ohne Zweifel für alle Theaterformen sehr nützlich.

Wir hatten eine Menge Spaß bei der Arbeit! Die unten aufgeführten Körpertechniken mit ihren Spielmöglichkeiten wurden von Dienstag bis Donnerstag bearbeitet. Die Landkarte der Liebe wurden als Spielideenvorlage und als Objekt benutzt. Der Freitag galt der Erarbeitung der Präsentation für Samstag.

Folgende Bewegungstechniken werden behandelt:

  • Ganz- und Teilkörperspannung
    z.B. Puppen, Roboter, Maschinenteile, abstrakte Gebilde, aber auch z.B. plötzlich auftretende abstrakte Bewegungen bei ganz "normalen" Menschen.
  • Bewegungsansatz
    Jede Bewegung fängt "irgendwo" an und hat entsprechenden Einfluss auf die folgende Bewegung. Setzt man dieses bewusst ein, können damit spezielle Effekte bzw. Aussagen erzielt werden.
  • Zeitlupe
    Sie ist als darstellerische Bewegungstechnik bekannt, darf aber rein technisch nicht unter-schätzt werden; bedarf der Übung!
  • Partneranpassung
    Aufeinander abgestimmte, evtl. auch zeitgleiche Bewegungsfolgen. Auch verstanden als Wahrnehmung der Mitspielerinnen und Mitspieler auf der Bühne während des Spiels.
  • Typisierung
    Jeder Typ den man spielen möchte, zeichnet sich durch ganz spezielle Bewegungsbesonderheiten aus. Diese werden im Bewegungstheater durch übertriebene bzw. untertriebene Bewegungen/Gestik zum Ausdruck gebracht.

Liebe Grüße an alle Workshopteilnehmerinnen und Teilnehmer und natürlich auch an alle bekannten Fans der Korbacher Theaterwoche.

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Bei Rückfragen und Anmerkungen zu dieser Webseite
wenden Sie sich an Michael Schwarzwald
Stand: September 2004

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