Werkstätten: Theaterwoche Korbach 2005
Spiegel - Bilder
Rolf Gildenast, Gelsenkirchen
"Bin das noch ich? - Shut up and dance"
"Der Mensch kann einen Gedanken, ein Gefühl, einen Instinkt, ja
sogar sich selbst nur durch seinen Körper ausdrücken." (Gaston
Berger)
So das Motto, die Prämisse, in dem es in meinem Workshop gehen soll,
und der zum Ziel hat, die eigene körperliche Präsenz zu erspüren und
gegebenenfalls für sich selbst und damit auch für's Theaterspiel zu
steigern.
"Wir sind die menschen des tanzes, deren Füße an Kraft gewinnen,
je mehr sie den harten Boden stampfen." (Leopold Senghor)
Es gibt wohl kaum einen größeren Unterschied in der Welt des Tanzes
als zwischen dem hochartifiziellen, klassisch akademischen Tanz, dem
sogenannten Ballett, und dem ekstatischen Tanz, der oft bar jeglicher Form
ist.
Während der Blick beim ersten ständig auf das Spiegelbild gerichtet
ist, um sich selbstkritisch an der Perfektion zu messen, sucht der andere,
wohl möglich geschlossenen Auges nach innen horchend, eine tranceartige
Auflösung des Selbst.
Beim Workshop ‚Shut up and dance' geht es also um das Erleben des
eigenen Körpers, um das Ausloten eigener Grenzen und die Reflektion über
die Gedanken und Gefühle, die ein jeder für sich und alle zusammen dabei
haben : Was empfinde ich ? Wie blicke ich auf mich und auf andere ? Bin
das noch ich oder wer oder was ist es dann ?
Oder in Bezug auf die eigene Theaterarbeit : Wie z.B. freue ich mich ?
Wie stelle ich mir eine sich freuende Person vor ? Decken sich die Bilder
? Schaffe ich es, diese Person zu verkörpern ?
Es wird wenig gesprochen und viel gemacht (s. Titel). Vorkenntnisse
bedarf es keiner, aber der Bereitschaft, physisch an sein Limit zu gehen.
Jedem Exkurs in Gebiete wie Ballett, indianischer Powwow, drehende
Derwische, Techno oder brasilianischer Karneval geht ein Körpertraining
voran.
Kleidung : kurze Sporthose, T-Shirt oder Unterhemd, weiter Rock (für
alle !)
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