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Werkstätten

WERKSTÄTTEN

Gesamtberblick

Skulp-Tour 
(2006)

 

 

 

Werkstätten: Theaterwoche Korbach 2006

Skulp - Tour

Simplicius Simplicissimus 
- Von der Skulptur zum bewegten Bild - 
- Vom bewegten Bild zur bewegenden Geschichte -

Simplicius Simplicissimus als Ausgangspunkt für autobiographisches Theater 

Marcel Cremer: Alle Workshops orientieren sich (mehr oder weniger) am Autobiographischen Theater, dessen Vater ich bin.

"Das Autobiografische Theater beruht auf der Feststellung, dass der größte Reichtum eines Spielers, also eines jeden Menschen, seine eigene Biografie, seine Erfahrungen, seine Geschichte ist. Es ist selbstverständlich, dass sich diese Biografie in einem gesellschaftspolitischen Kontext spiegelt. Die Arbeit mit der Biografie ist wichtiger als das Heranbilden von Handwerklichkeiten. Einem Spieler sage ich nicht als erstes, er soll Kurse belegen in Deklamation, Tanz, Fechten oder Pantomime. Wenn er das für die Arbeit braucht, kann er das ganz schnell lernen. Ich sage ihm eher, sieh Dir bewusst die Nachrichten an, sprich nochmals mit Deinem Nachbarn, gehe mit offenen Augen durch die Stadt oder wandere durch den Wald und spüre, wenn du auf nackten Füßen gehst, wie der Boden ist, wie die Bäume riechen, wovon sie leben und umarme vielleicht einen Baum, um zu spüren, was ein Baum ist. In jedem Spieler, in jedem Menschen stecken tausende Geschichten, aus denen man tausende Theaterstücke machen kann. Alle Geschichten der Menschheit stecken in jedem einzelnen Menschen. Hamlet, Faust, Mephisto, Iphigenie, Mutter Courage, die Jungfrau von Orleans, alle Figuren der Weltliteratur stecken in jedem einzelnen Menschen. Ich muss nicht Sekundärliteratur wälzen oder philologisch tätig werden, um diese Figuren zu begreifen. Ich muss versuchen, diese Figuren in mir zu entdecken. Die Methode des Autobiografischen Theaters baut darauf auf, dass ich sie in mir entdecke. Der Findungsprozess ist Teil eins, die künstlerische Umsetzung ist Teil zwei. Die meisten Geschichten bleiben selbstverständlich unser Geheimnis. Ein Spieler, der sich aber weigern würde, eine Geschichte von sich zu erzählen, ist nicht fähig, auf der Bühne überhaupt irgendetwas zu sagen. Ich glaube, die größte Krise des Gegenwartstheaters ist, dass auf der Bühne Schauspieler sind, die keine eigenen Geschichten erzählen, sondern von Zitaten leben. Deshalb entsteht in meinen Augen auch so viel Unmoral oder Unverantwortlichkeit auf der, ehemals als moralische Anstalt gedachten, Bühne. Wenn wir trainieren oder probieren, sage ich den Spielern, dass wir mit einer Taschenlampe auf Entdeckungsreise in unsere innere Höhle steigen. Wir versuchen, Geschichten in uns zu finden. Wir kratzen die Wände dieser Höhlen ab und entdecken Wandmalereien. Manchmal sind sie mehrschichtig, hinter der ersten Farbschicht gibt es eine zweite oder dritte. Vieles ist verstaubt. Wenn ich eine Kammer ausgeleuchtet habe, stelle ich fest, dass eine Tür in die nächste führt, und so geht es immer weiter. Der Raum, den ich in mir habe, ist unermesslich und letztendlich unergründlich. Aber ich kann einzelne Facetten, Farben, Geschichten, Geheimnisse nach oben transportieren und diese Geschichten dann in Form, in Kunst, in Theater verwandeln. Es geht also darum, dass ich Brücken und Stege in mein Inneres baue, in meine Vergangenheit. Dann muss es mir gelingen, über diese Stege und Brücken die Geschichten in das Jetzt zu transportieren."

In allen Workshops wird das Material Kleidung benutzt. Jeder Teilnehmer, jede Teilnehmerin bringt weiße Kleidungsstücke in genügender Anzahl mit. Diese Kleidungsstücke werden im Verlaufe der Arbeit möglicherweise verändert (z.B. zerrissen, bemalt, zerschnitten…). Es soll sich also um Abfallkleidung handeln.

Die Workshops im Einzelnen:

  1. Text - Bewegung - Material Marcel und Cremer Katja Wiefel
  2. Akrobatik - Bewegung Viola Streicher und Sascha Bauer
  3. Tanz - Bewegung Matthias Weiland und Eno Krojanker
  4. Stimme - Musik - Bewegung Dirk Schwantes und Zoé Kovacs
  5. Humor - Bewegung Kurt Pothen und Andreas Schmid

 

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Bei Rückfragen und Anmerkungen zu dieser Webseite
wenden Sie sich an Michael Schwarzwald
Stand: April 2006

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