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WERKSTÄTTEN
Gesamtberblick
Goldspur Korbach
(2007)
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Werkstätten: Theaterwoche Korbach 2007
Thema: Goldspur Korbach
Theater vor Ort: Vom Aphorismus zur Szene
Werkstatt 1: Bewegungstheater
Stefan Koller
"Ran an die Korbacher Nuggets"
Bewegungstheater sucht seinen szenischen
Ausdruck hauptsächlich über die Körpersprache, die Sprache selber tritt
in den Hintergrund. Aphorismen rund ums Gold sind dieses Jahr der Ansatz,
um Körper und Geist zu kreativen Improvisationen und Theaterszenen zu
beflügeln. Zusätzlich wird der Spielort, der Raumbezug zum Körper und
der Szene, die Choreographie, eine wichtige Rolle einnehmen . Das bedeutet
für unsere Workshoparbeit, dass wir auch Straßentheater machen werden.
Ran an die "Korbacher Nuggets" unsere potentiellen Zuschauer!
Für all das brauchen wir Spielfreude, Körperbewusstheit,
Körpertechniken und Einfühlungsvermögen für den Zuschauer, Themen, an
denen wir selbstverständlich intensiv arbeiten werden.
Wie wir unsere Goldsuche szenisch gestalten, ob skurril, ernst, clownesk,
abstrakt oder gemischt, entscheiden wir gemeinsam vor Ort.
Da es in Korbach aber auch mal regnen kann, muss jeder Teilnehmer einen
Regenschirm mitbringen, den wir natürlich auch als Objekt in das
Spiel einbringen können, auch wenn die Sonne lacht!
Schuhe: Turnschuhe
Kleidung: Trainingshose o.ä., T-Shirt, aber auch warme Sweatshirts für
das Spiel im Freien.
Werkstattbericht
2007 „Bewegungstheater"
Eine
Goldsuche der besonderen Art fand in der diesjährigen Theaterwoche
in der Auerturnhalle statt. Es war weniger das preziöse Metall,
welches wir unter dem Turnhallenboden vermuteten, sondern die wertvolle
Spielfähigkeit der Werkstattteilnehmer, die es auf dem Boden der Realität
dieser Halle zu entwickeln galt. Wie die verschiedenen Theaterstücke
dieser Woche belegten, war die Spielfähigkeit bei vielen Teilnehmern
schon sehr weit entwickelt. So war es ein Vergnügen, den Teilnehmern
Techniken des Bewegungstheaters praktisch und theoretisch zu verdeutlichen
und erlebbar zu machen, bzw. zu vertiefen. Dementsprechend wurde ein
Schwerpunkt des Unterrichts auf Körpertraining unter verschiedenen
Aspekten gelegt. Die Techniken konnten in kleinen Spielszenen erprobt und
natürlich auch den anderen Werkstattteilnehmern vorgeführt erden. Der
Versuch, mit den Aphorismen rund ums Gold zu arbeiten, fruchtete nicht
besonders. Jedoch kreierten wir bei einer Schlagfertigkeitsübung eine
Menge Geschichten und Sprüche rund ums Gold, was für die Kürze der Zeit
zu kreativen Ergebnissen führte. 15 Stunden Unterricht in Korbach können
nur als Anregung für die
Teilnehmer verstanden werden.
Ganz
abgesehen von der inhaltlichen Bearbeitung von diversen Themen, ist es mir
wichtig, dass die Teilnehmer eines Workshops ein besonderes Augenmerk auf
die bewusste Gestaltung von Bewegung legen. Sie sollen ein spezielles
Verständnis für Bewegung entwickeln. Sowohl über Körpererfahrung,
Zusehen und verbale Information sollen sie lernen, Bewegung als
räumliches und zeitliches
Geschehen wahrzunehmen, das durch die Dynamik erst zum Leben erweckt
wird. Das trifft grundsätzlich, sowohl auf die Bewegung einer Spielerin
oder eines Spielers, als auch auf die Bewegung einer Gruppe zu, bzw. auch
auf die Bewegung eines ganzen Stücks. Teilnehmerinnen und Teilnehmer
sollen lernen, die beim Spiel ständig
entstehenden „Bilder“, bewegungsspezifisch zu analysieren. Warum
wirkt ein Bild bzw. Bewegung interessant und warum nicht? Das räumliche
Verhältnis der einzelnen Akteure und der jeweiligen Gliedmaßen unter dem
Aspekt der dynamischen Bildgestaltung steht dabei im Zentrum der
Diskussion. Raumebenen und Raumrichtungen, zeitliche Unterschiede,
verschiedene Intensitäten und Spannungszustände der Bewegung des
Einzelnen oder der ganzen Gruppe sind zentrale Bewertungskriterien. Dieses
angestrebte Verständnis der eigenen Bewegung im Raum und der Bewegung
im Bild ist eine enorme Hilfe, die eigene Bewegung bewusst und
interessant zu gestalten, bzw. bewegte und spannende Szenen zu
inszenieren. Ein vertieftes Verständnis für Bewegung und der damit
verbundenen Ausdrucks- bzw. Darstellungsmöglichkeiten ist ohne Zweifel für
alle Theaterformen sehr nützlich.
Folgende
Bewegungstechniken wurden behandelt:
Ganz-
und Teilkörperspannung
z.B. Puppen, Roboter, Maschinenteile, abstrakte Gebilde, aber auch z.B. plötzlich
auftretende abstrakte Bewegungen bei ganz „normalen“ Menschen.
Bewegungsansatz
Jede Bewegung fängt „irgendwo“ an und hat entsprechenden Einfluss auf
die folgende Bewegung. Setzt man dieses bewusst ein, können damit
spezielle Effekte bzw. Aussagen erzielt werden.
Zeitlupe
Sie ist als darstellerische Bewegungstechnik bekannt, darf aber rein
technisch nicht unterschätzt werden; bedarf der Übung!
Partneranpassung
Aufeinander abgestimmte, evtl. auch zeitgleiche Bewegungsfolgen. Auch
verstanden als Wahrnehmung der Mitspielerinnen und Mitspieler auf der Bühne
während des Spiels.
Typisierung
Jeder Typ den man spielen möchte, zeichnet sich durch ganz spezielle
Bewegungsbesonderheiten aus. Diese werden im Bewegungstheater durch übertriebene
bzw. untertriebene Bewegungen/Gestik zum Ausdruck gebracht.
Unsere
Werkstattpräsentation fand am Pranger in Korbach statt, wenige Meter von
einer alten Lore, die ein Teil der Korbacher „Goldspur“ darstellt. Von
hier aus kam in unserem Stück auch der Schrei „Gold, Gold, Gold“....
Die „Korbacher“ ließen ihre am Pranger hängenden Bestraften
sein, das Gerücht war stärker... Dieses Gerücht ums Gold zog sich nun
durch alle Spielszenen und traf eben auch ein Frisörgeschäft, einen
Chor, usw.. Selbst bei einer Beerdigung gab es kein Halten mehr, als die
Witterung einer Goldspur die Trauernden erreichte.
Liebe
Grüße an alle Workshopteilnehmer und natürlich auch an alle bekannten
Freunde der Theaterwoche.
Stefan
Koller
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