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WERKSTÄTTEN
Gesamtberblick
"Franz oder Franziska Moor? - Monologe als
Ausgangspunkt für alternative szenische Gestaltungen"
(2010)
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Werkstätten: Theaterwoche Korbach 2010
"Franz oder Franziska Moor? -
Monologe als Ausgangspunkt für alternative szenische Gestaltungen"
Ein zentraler Bestandteil des Theaters
ist neben dem Dialog der Monolog, der besondere Chancen für die theatrale
Gestaltung von Figuren bietet, die wir mit der Werkstattarbeit in das
Zentrum der Betrachtung rücken möchten. Monologe bieten die
Möglichkeit, Innen- und Außenleben der Figuren in unterschiedlicher Art
zum Ausdruck zu bringen:
- traditionell, indem der Monolog von der Figur gesprochen wird,
- gebrochen oder verfremdet, indem der Monolog z. B. auf verschiedene
Personen verteilt wird,
- "gewendet", indem ein an sich einer männlichen Person
zu-geordneter Monolog von einer weiblichen Person gesprochen und
verkörpert wird.
Unser Interesse ist es, den bekannten
Monolog von Franz Moor aus Schillers "Die Räuber" in unsere
Zeit zu übertragen und ihn zunächst für Jugendliche zeitgemäß
nachvollziehbar zu machen: In Zeiten, in denen nicht mehr nur junge
Männer aus Verzweiflung "Amok laufen", erscheint uns der
ausgewählte Textauszug von besonderer Aktualität und bietet z. B. die
Chance, der Frage nachzugehen, wie dieser ursprünglich für eine
männliche Person gedachte Text sich in seiner Wirkung auf den Zuschauer
verändert, wenn er bewusst "weiblich" in Szene gesetzt wird.
Die Ausgestaltung des Monologs kann unter
Verwendung von
- grotesken Elementen,
- verzerrt-realen Elementen,
- pantomimischen Elementen,
- Elementen des Tanz- und Bewegungstheaters,
- Elementen der Performance,
- Elementen des biographischen Theaters
und vielem mehr erfolgen.
F. Schiller, "Die Räuber"
(...) Ich habe große Rechte, über die Natur ungehalten zu sein, und bei
meiner Ehre, ich will sie geltend machen. - Warum bin ich nicht der Erste
aus Mutterleib gekrochen? warum nicht der Einzige? Warum mußte sie mir
diese Bürde von Häßlichkeit aufladen? gerade mir? Nicht anders, als ob
sie bei meiner Geburt einen Rest gesetzt hätte. Warum gerade mir die
Lappländersnase? gerade mir dieses Mohren-maul? diese Hottentottenaugen?
Wirklich, ich glaube, sie hat von allen Menschensorten das Scheußliche
auf einen Haufen geworfen und mich daraus gebacken. Mord und Tod! Wer hat
ihr die Vollmacht gegeben, jenem dieses zu verleihen und mir
vorzuenthalten? Könnte ihr Jemand darum hofieren, eh er entstund? oder
sie beleidigen, eh er selbst wurde? Warum ging sie so parteilich zu Werke?
Nein! nein! ich thu' ihr Unrecht. Gab sie uns doch Erfindungsgeist mit,
setzte uns nackt und armselig ans Ufer dieses großen Oceans Welt -
Schwimme, wer schwimmen kann, und wer zu plump ist, geh unter! Sie gab mir
nichts mit; wozu ich mich machen will, das ist nun meine Sache. Jeder hat
gleiches Recht zum Größten und Kleinsten; Anspruch wird an Anspruch,
Trieb an Trieb und Kraft an Kraft zernichtet. Das Recht wohnet beim
Überwältiger, und die Schranken unserer Kraft sind unsere Gesetze. (...)
Werkstattzeiten:
- (Einteilung Dienstag, 11. Mai 2010,
10.15 Uhr)
- Dienstag, 11. Mai 2010 14.00 - 17.00
Uhr
- Mittwoch, 12. Mai 2010 14.00 - 17.00
Uhr
- Donnerstag, 13. Mai 2010 09.00 - 12.00
Uhr und 14.00 - 17.00 Uhr
- Freitag, 14. Mai 2010 09.00 - 12.00
Uhr
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